Die Geschichte der ersten 20 Jahre basiert auf einer Zusammenfassung von Recherchen unseres früheren Vizepräsidenten Kurt Gossner



Architekt Heinz Pichler und seiner Gattin ist es zu verdanken, dass wir nun 30 Jahre GC Wels feiern. Im Urlaub in der Toskana kommen sie 1976 zum ersten Mal mit dem Golfsport in Berührung. Ein Jahr später werden Sie Mitglieder im GC Bad Ischl und vom Golfvirus befallen.

Schon bald scheint nicht nur das Golfhandicap ein großes, sondern auch die Wegstrecke nach Bad Ischl viel zu weit und schnell wird eines klar: Wels braucht einen Golfplatz.

Im Frühjahr 1981 lädt Heinz Pichler zu einem Infoabend in das Hotel Stadtkrug ein. Etwa 20 interessierte Zuhörer finden sich ein. Ausreichend Personen lassen sich begeistern und so wird am 9. Juni 1981 der Golfclub Wels gegründet.

Ersten Driving Range in Fischlham
Wels hatte zwar nun einen Golfclub, aber noch keinen Golfplatz. Die größte Hürde zu Beginn war die Findung eines geeigneten Areals und die Fananzierung. Der erste Schritt wurde getan, indem man eine Fläche zur Errichtung einer Driving Range in Fischlham am Areal der Familie Handlbauer pachtete.

Als erster Golflehrer konnte Ian Hay vom Golfclub Bad Ischl gewonnen werden. Golfwirt war damals das Gasthaus Scheinecker in Steinerkirchen.

Schließlich erinnerte man sich an den „Nussdorfer Hof“. Clubpräsident Pichler hatte dort vor Jahren ein Gastlokal geplant. Die Familie Nußdorfer stand der Idee eines Golfplatzes sehr positiv gegenüber. Nachdem die zu Beginn der Verhandlungen unterschiedlichen Auffassungen zur Höhe der Pacht aus dem Weg geräumt waren, hatte die Herbergsuche des Golfclub Wels ein Ende gefunden.

Vor Baubeginn hatte der Club ca. 40 Mitglieder. Ursula Pichler war Schriftführerin und praktisch Mädchen für alles. Der Bauauftrag zur Errichtung der ersten neun Löcher ging an die Wiener Firma Hauser, die Erdbewegung wurde an die Welser Firma Felbermayr vergeben. Die Driving Range war ab April 1984 bespielbar und das Clubleben konnte sich entwickeln.

Gordon Manson als Pro
Allerdings fehlte noch ein Trainer. Die Pichlers flogen nach London, um aus den zahlreichen Bewerbern den bestmöglichen auszuwählen. Die Wahl fiel auf Gordon Manson und dies sollte sich auch als goldrichtig erweisen. Gordon Manson und die neue Drivingrange erwiesen sich als Zugpferde für die Mitgliedergewinnung.

Die Kosten für die Errichtung der ersten neun Löcher inklusive Umbau des Clubhauses und Anschaffung von Maschinen betrugen rund 9 Millionen Schilling. Ab Mai 1985 konnte der Platz – die Löcher entsprechen weitgehend den heutigen zweiten neun – bespielt werden. Der Club hatte nun schon etwa 100 Mitglieder. Ein Jahr später, zu Saisonbeginn 1986, übernahm Helmuth Hasenleithner den Gastronomiebertrieb und den Pro-Shop. Die Saisongebühr betrug damals 6.000,- Schilling und die Aufnahmegebühr für zwei Personen 16.000,- Schilling.

Erweiterung rasch umgesetzt
Nun war das gröbste geschafft und man genoss das schöne Spiel. Doch der Traum von einer 18-Loch-Anlage war existent und bereits 1987 wurde vom Vorstand entschieden, dass der Platz auf 18 Loch erweitert werden soll. In der Generalversammlung vom 1. März 1988 wurde dann mehrheitlich dieser Beschluss gefasst. Die zweiten neuen Löcher waren ab der Saison 1991 bespielbar und die Freude unter den Mitgliedern war groß.

Nachdem der Club nun seinen Kinderschuhen entwachsen war, hat sich auf Wunsch des Gründungspräsidenten Architekt Heinz Pichler im Jahr 1991 ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz von Dr. Peter Posch gebildet. Vordringlichste Aufgabe unter dem neuen Präsidenten war der Um- und Ausbau des Clubhauses. Die wesentlichen Änderungen bestehen noch heute. Auch den Finanzen wurde besonders Augenmerk gewidmet, der Schuldenstand konnte Jahr für Jahr verringert werden.

Nach 8-jähriger Amtszeit legte Dr. Peter Posch die Präsidentschaft zurück. Nach einer spannenden Wahl wurde im Jahr 1999 ein neuer Vorstand unter Präsident Ing. Peter Supanz gewählt. Hauptziele des neuen Vorstandes waren die Verbesserung und Verschönerung des Platzes, Anpassung der Infrastrukturen an die neuen Gegebenheiten und die wirtschaftliche Führung des Golfclub Wels, verbunden mit einer intensiven und erfolgreichen Mitgliederwerbung.

Aus der Reihe der Vorstandsmitglieder unter Ing. Peter Supanz ging der nächste Präsident Dr. Gerald Haas hervor, der dem Club seit 2004 vorsteht. Die oben angeführten Zielsetzungen wurden weiter verfolgt und die Neugestaltung des Platzes mit dem erfolgreichen Umbau der Spielbahn 3 abgeschlossen. Mit dem neuen Maschinenpark konnte die Qualität des Platzes kontinuierlich verbessert werden. Heuer, also im Jubiläumsjahr, wurde der neue Wintergarten eröffnet und von allen Mitgliedern und Besuchern als sehr gelungen angenommen.

Auch die finanzielle Situation konnte weiter verbessert werden und lässt unseren Golfclub auf einem stabilen Fundament arbeiten. Wir können also stolz auf 30 Jahre Erfolgsgeschichte des Golfclub Wels zurückblicken.

Boomjahre sind vorbei
Nachdem auch wir viele Jahre vom österreichweiten Golfboom profitierten und in den vergangenen Jahren ständig steigende Mitglieder- zahlen verbuchen konnten, folgt auch der Golfclub Wels leider dem derzeit allgemeinen Trend sinkender Mitgliederzahlen. Zur Zeit der Gründung des Golfclub Wels gab es in Oberöstereich zwei Golfplätze, der Golfclub Wels war der dritte. Heute gibt es 28 Golfplätze in Oberösterreich. 1981 zur Gründungszeit unseres Clubs gab es 4.049 Golfspieler in Österreich, heute sind es 104.000 ÖGV-Mitglieder. Golf entwickelte sich in den diesen 30 Jahren von einer exklusiven Randsportart zu einem IN-Sport und befindet sich jetzt gerade im Stadium eines Breitensports, der seinen Sättigungsgrad vorerst erreicht hat.

Das ist aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben einen wunderschönen Golfplatz mit vielen leidenschaftlichen Mitgliedern, die diese Begeisterung an andere Menschen weitergeben und so den Golfvirus weiter verbreiten. Damit sollte sichergestellt sein, dass über die Erfolgstory des Golfclub Wels auch in zehn Jahren wieder zu lesen ist.

Wir wünschen allen unseren Mitgliedern ein „Schönes Spiel“.

Gerald Haas & Andreas Krippner